17. Karmapa
Ogyen Trinley Dorje


„ Er ist nicht-sektiererisch, so erfüllt er alle Himmelsrichtungen; er ist nicht den einen nah und den anderen fern, so ist er der Schützer aller Wesen. Die Sonne des Buddha-Dharma, die allen Wesen dient, strahlt allezeit."

Biographien der Sangye Nyenpa Inkarnationen


Als der 8. Karmapa Mikyö Dorje die berühmte Stein-Statue von sich selbst  anfertigte (die sich nun in Rumtek/Sikkim befindet), machte er auch diese Silber-Statue von seinem Lehrer – dem ersten Sangye Nyenpa, Tashi Paldschor. Von dem Moment an, in dem er sie segnete, schwebten die Statuen  drei Tage lang in der Luft. In der Folge wurden sie bekannt als “Do Ku Pa Nam” und “Ngul Ku Pa Nam” (was bedeutet: “Die Stein-Statue und die Silber-Statue, die in der Luft schwebte”).

Die Statue von Tashi Paldschor wurde auf der Flucht vor den chinesischen Eindringlingen zurückgelassen. Ein junger Mönch nahm sie – zusammen mit anderen Statuen – an sich, und vergrub sie irgendwo auf dem Berg hinter dem Kloster Tsurphu. 40 Jahre später ist er zurückgekehrt und suchte verzweifelt nach ihnen, aber er konnte sich nicht wirklich an die genaue Stelle erinnern, wo er sie versteckt hatte. Auf seinem letzten Suchgang bemerkte er – bereits sehr deprimiert und dabei aufzugeben – aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Als er genauer hinsah, erblickte er ein Stück Kathak, der zwischen ein paar kleinen Felsbrocken flatterte – dort wo eindeutig zuvor nichts dergleichen gewesen war. Er rannte hin und begann mit bloßen Händen zu graben. Nach wenigen Minuten fand er die Statuen, die er vor so vielen Jahren versteckt hatte. Sie waren völlig unbeschädigt und sind heutzutage wieder an ihrem Schreinplatz in Tsurphu.

Im Land des Schnees hat sich der Buddha-Dharma weit verbreitet. Die Essenz der buddhistischen Lehre manifestierte sich im Entstehen vieler Linien. Unter diesen ist die „Praxis-Linie” eine welche gesegnet ist mit dem Erscheinen vollerleuchteter Buddhas in menschlicher Form, um durch Verbreitung der Lehren die Linie zu stärken. Unter vielen anderen war es dieser Mahasiddha namens Tashi Paldschor – der Herzenssohn des 7. Karmapa und der Wurzellama des 8. Karmapa – die erste unter den Sangye Nyenpa Inkarnationen und wohlbekannt für seine grenzenlose Hingabe, sein Bodhicitta und sein Aufsichnehmen von Härten aller Art.. Auch wenn uns die innere und geheime Biographie dieses Mahasiddha nicht bekannt ist, so wurde doch die äußere Biographie von vorzüglichen Gelehrten seiner Zeit niedergeschrieben. Hier ist ein kurzer Auszug seiner Lebensgeschichte.

Der erste Sangye Nyenpa Rinpoche


Der erste Sangye Nyenpa Rinpoche (gespr: Sandsche Nyenpa), Drupchen Tashi Paldschor wurde in einer reichen Familie in Do Kham in einem Dorf namens Denma im Jahr des Holz-Büffel geboren. Sein Vater war der ranghöchste Beamte jenes Dorfes und seine Mutter, eine Dakini, konnte wahrhaftig das Reine Land von Urgyen sehen. Tashi Paldschor konnte sofort nach seiner Geburt sprechen, und im Alter von einem Jahr konnte er sich an alles erinnern, einschließlich seiner früheren Leben. Seine Entsagung, und insbesondere seine Besorgnis über Geburt und Tod waren so stark, dass er sich im Alter von 5 Jahren selbst die Haare abschnitt und  Mönch wurde. Als er zum ersten Mal den Namen Karmapa hörte, vergoss er viele Tränen und vor lauter Hingabe stellte sich sein Körperhaar auf. Von diesem Moment an hörte er auf untertags zu essen und des Nachts zu schlafen. Ständig dachte er an Karmapa. Dies ließ ihn sehr dünn werden und seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends. Seine Eltern wurden so besorgt, dass sie ihn im Alter von 6 Jahren zu Karmapa sandten. Sowie sie sich getroffen hatten, wurden sie wie Vater und Sohn. Es wurde ihm der Name Tashi Paldschor gegeben und er empfing die Ordination von den zwei Wurzel-Gurus des 7. Karmapa, Ben Karpa (Jamphel Sangpo) und Paldschor Döndrub.
Im Alter von 9 – 16 Jahren studierte er mit Sangye Pal (einem der Schüler des 7. Karmapa), Ben Karpa Paldschor Döndrub und Karmapa selbst viele Sutra- und Tantra-Texte. Er studierte so lange, bis er ganz und gar gelehrt war, und im Alter von 17 Jahren machte er ein starkes Gelübde, dass er in strenger Klausur bleiben wolle, um – sich auf einen echten Wurzel-Meister stützend –  in einem Leben Erleuchtung zu verwirklichen. Er verbrachte die folgenden 7 Jahre zusammen mit dem Karmapa, währenddessen er all die größeren Einweihungen, kostbaren Belehrungen und mündliche Anweisungen der Linie empfing. Er hat diese Lehren nicht nur empfangen, sondern er hat sie auch in Praxis umgesetzt. Dementsprechend hatte er mit großer Ausdauer die Entwicklungsphase und die Praxis von Nada, Prana und Bindu (den Kanälen, Winden und Tropfen) geübt. Darüber hinaus übte er sich einsgerichtet in Entsagung, Hingabe dem Guru gegenüber und dem Erleuchtungsbewußtsein (Bodhicitta). Als Resultat seiner Praxis wurde er sehr dünn und sein Körper nahm eine bläuliche Färbung an.
Während er mit dem Karmapa weilte, meditierte der Mahasiddha meistens, ohne mit irgendjemand außer Seiner Heiligkeit zu sprechen. Nachdem er die Lehren empfangen und zusammen mit dem Karmapa praktiziert hatte, beschloß er Tag und Nacht zu meditieren und dabei an einsamen Plätzen zu verweilen, ohne Rücksichtnahme auf Nahrung, Kleidung und Freunde. Daher bat er im Alter von 23 Jahren um Karmapa`s Erlaubnis, an einen einsamen Ort zu gehen. Der Karmapa war sehr erfreut, als er diese Bitte hörte, und trug ihm auf, in strikter Zurückziehung zu weilen. Er wies Tashi Paldschor an, an gefährlichen Plätzen und einsamen Bergen zu meditieren, zuerst  in Osttibet und dann in Zentraltibet, wohin S.H. schließlich kommen werde, um  zu lehren. Den Rat Karmapa`s befolgend, blieb der Mahasiddha 3 Jahre lang in Kampo Nenang völlig alleine in strengem Retreat, und wechselte dann zur Bom-Höhle, wo er 2 Jahre verbrachte. Später ging er nach Zentraltibet, wo er 2 Jahre in Tsurphu verbrachte und 1 Jahr in Thang Lha in strikter Einzel-Klausur. Während dieser 8 Jahre machte Tashi Paldschor niemals irgendein Feuer noch nahm er irgendeine Nahrung zu sich, sondern er wurde mit der Nahrung des Samadhi und Rasayana  und der Praxis des Prana (Energie-Winde) genährt. Selbst schon in seiner Kindheit, als er noch beim Karmapa weilte, Lehren empfing und sie kontemplierte, gab er, was immer er an Reichtum hatte, an andere weiter und lebte selbst auf einfache und arme Weise.
Als er S.H. in Zentraltibet traf, bat ihn Tashi Paldschor wieder um seine Erlaubnis, seine strikten Einzel-Klausuren fortzusetzen. Dieses Mal schickte Karmapa ihn mit einem Freund los. Und so weilte er dann 5 Jahre lang innerhalb und außerhalb von Tsowa Nangtso, und ernährte sich wiederum nur von der Nahrung des Samadhi und Rasayana. Wieder ging er an verschiedene Plätze wie Möndam Tsang, Drowo Lung, Sang Phug und Shambu Khangri und verbrachte an jedem dieser Plätze ein Jahr. Auch während dieser Zeit hat er niemals Nahrung gekocht, sondern überlebte einzig und allein durch Rasayana (innere Essenz der Energiewinde). Er konzentrierte sich ständig auf Entsagung, Abkehr, Hingabe und Bodhicitta, wobei seine Hauptpraxis aus Entwicklungsphase, Nadi, Bindu und Prana-Praxis und Mahamudra bestand. Seine Hingabe zu seinem Wurzellama war ganz außerordentlich und er hatte großes Mitgefühl und liebende Güte den fühlenden Wesen gegenüber. Wenn er  von einem Berg auf einen anderen übersiedelte, begegnete er gelegentlich Gelehrten und Siddhas, von welchen er viele seltene und kostbare Lehren empfing. Während jener Zeit geschah es auch, dass er seine volle Ordination als Gelong erhielt. Trotz der Tatsache, dass er unvergleichliche spirituelle Erfahrungen und Verwirklichung hatte, verhielt er sich immer gemäß des Vinaya (Verhaltenskodex).
Im Alter von 40 Jahren dachte Tashi Paldschor daran, ins Westliche Land von Uddiyana zu gehen, dem Aufenthaltsort von Guru Rinpoche und Vajra Yogini. Er bat zuerst um Karmapa`s Rat, ob er mit ihm bleiben oder nach Uddiyana gehen solle. Karmapa antwortete: “Es liegt bei Dir. Was immer Deine Entscheidung ist, ich stimme ihr zu.” Tashi Paldschor dachte bei sich, dass es keinen größeren Buddha, Guru Rinpoche oder Vajra Yogini geben könne als seinen Wurzel-Guru, der die Verkörperung der Buddhas aller Richtungen und Zeiten ist. Dies erkennend beschloß er mit einsgerichteter Hingabe und Vertrauen, mit dem Karmapa zu bleiben. Als er S.H. von seinem Entschluß erzählte, antwortete dieser: “Es ist nett von dir, bei mir zu bleiben. Erinnere dich, dass du selbst im Traumzustand in klarer Lichtheit verweilen und einsgerichtet zu mir beten solltest. Nie, niemals vergiß mich, nicht einmal im Traumzustand.” Auf diese Weise war Tashi Paldschor aufgrund seiner Hingabe niemals von seinem Wurzel-Guru getrennt. Er war in der Tat die lebendige Verkörperung von Hingabe seinem Guru gegenüber und dies wurde zu einer lebendigen Lehre für andere.
Während der Nacht weilte der Mahasiddha gewöhnlich im Zustand völliger lichter Klarheit und betete flehentlich zu Karmapa.. Eines Nachts, als er in diesem Zustand war, erschien ihm ein weißes Wesen und sagte ihm, jetzt nur einmal in sein Heimatland zurückzukehren, um seine Mutter zu sehen und ihr besondere mündliche Unterweisungen zu geben. Sobald er sich aus dem Zustand der strahlend hellen Klarheit erhob, überkam ihn eine starke Sehnsucht seine Mutter zu treffen – wie es ihm zuvor nie geschah, und er bat um Karmapa`s Erlaubnis, nach Hause zu gehen. S.H. stimmte glücklich zu. So verabschiedete sich Tashi Paldschor von seinem Guru und zog Richtung Heimat los. Gerade als er den Berg Basu auf seinem Weg nach Hause erreichte, sah er durch seinen allwissenden Weisheits-Geist, dass seine Mutter bereits verschieden war. Ebenso sah er seine Mutter in der Form einer Weisheits-Dakini, die sich den Himmlischen Gefilden näherte. Als sie ihn erblickte, sagte sie: “ Großer Siddha! Bitte ermächtige mich mit der Chakrasamvara-Einweihung, sodass ich den absoluten Zustand der Erleuchtung erlange.” Durch sein nichtfabriziertes  Samadhi gewährte er seiner Mutter die vollständige Chakrasamvara-Einweihung und sang viele Vajra-Lieder für sie. Um der fühlenden Wesen willen und um dem Beispiel anderer Kagyü-Wurzel-Gurus zu folgen, gelobte er wieder, in Einzel-Zurückziehung zu verweilen statt nach Hause zu gehen. Er beschloß, zuerst in der Dzagowo-Höhle zu bleiben, und auf weiteren felsigen Bergen und sehr hohen Klippen wie dem Kyodu-Cliff. Zu jener Zeit kontemplierte er den Gedanken, dass der menschliche Körper sehr wertvoll wäre, aber nur, wenn man ihn für das Praktizieren des Dharma benützt. Und so gelobte er sich: „Ich werde mit solch beharrlicher Ausdauer meditieren, dass mein Körper abgezehrt und nur mehr Haut und Knochen zurückbleibt.”
Es geschah zu jener Zeit, dass seine Familie und deren Nachbarn,  ein Stamm namens  Ado, eine ernsthafte Auseinandersetzung hatten, die zu einem Kampf führte. Als Ergebnis dessen wurde Tashi Paldschors Bruder, ein sehr junger und intelligenter Mann, getötet. Die Ado-Leute hörten das Gerücht, dass der Yogi Tashi Paldschor auf dem Weg nach Hause war und sandten einige gedungene professionelle Meuchelmörder aus, um ihn zu töten. Nachdem sie nach ihm gesucht hatten, fanden sie schließlich den Yogi auf einem riesigen Fels in tiefer Meditation sitzend, mit ausgemergeltem Körper und nur ein Stück Baumwollstoff als Bekleidung tragend. Als sie seine Sachen durchsuchten, fanden sie nichts als ein paar Pilze und Brennesseln, von welchen er sich ernährte. Die Macht seines Bodhicitta ließ die Aggressivität der Meuchelmörder völlig verfliegen. Nicht nur das, sie brachten ihm mit Tränen in den Augen viele Niederwerfungen dar und empfingen Segnungen von ihm. Sie brachten ihm auch alles dar, was sie mit sich geführt hatten und nach ihrer Rückkehr nach Hause erzählten sie jedem den Vorfall. Als sie die Geschichte hörten, beschlossen die Ado-Leute  und die Familie des Yogi Tashi Paldschor, ihn einzuladen – den Herzenssohn von Chödrak Gyatso, der keinen Unterschied zwischen Freunden und Feinden machte – um den Streit beizulegen. Beide Parteien sandten Delegationen, um ihn einzuladen. Als sie ihn trafen, ignorierte Tashi Paldschor nicht nur ihre Bitte, sondern ging alleine fort nach Thraring, einem einsamen Berg, wo er seine Zeit mit Meditation verbrachte und enormes Bodhicitta für alle fühlenden Wesen entstehen ließ. Durch seine reine Hingabe und authentische Praxis wurde sein unreines Prana in Weisheits-Prana verwandelt; sein Körper aus Knochen und Fleisch wurde gereinigt in den Körper der Mahamudra und er meisterte die Elemente. Er erlangte unbegrenzte Hellsicht und konnte verschiedene Wunder vollbringen. Kurz gesagt, er verwirklichte die höchste Stufe von Mahamudra, jene der Nicht-Meditation, in einem Leben.
Eines Tages schrieb ihm der Karmapa und sagte ihm: “Weil du die endgültige Stufe von “Jenseits von Meditation” erlangt hast und den `Nutzen für sich selbst` vollendet hast, ist es nun Zeit nach Hause zu gehen, ein Kloster zu errichten und eine monastische Gemeinschaft zu bilden. Der Karmapa fuhr fort: “Ich werde dir was immer ich an Besitztümern in Zentraltibet habe zum Bau eines Klosters und zur Unterstützung des Sangha schicken.” Trotz der Worte seines Guru bat Tashi Paldschor dennoch S.H inständig, ihn in Zurückziehung bleiben zu lassen, aber S.H. beharrte immer wieder darauf, dass er ein Kloster errichte und anfinge anderen zu nützen. Seinem Guru gehorchend kehrte Tashi Paldschor nach vielen Jahren nach Hause zurück. Er besuchte sowohl die Ado-Leute wie auch seine Familie, gab Unterweisungen und vielfältigen Ratschlag, was die Menschen nicht nur bewegte, sondern auch den Streit zu einem Ende kommen ließ. Aus seinem unermeßlichen Bodhicitta heraus gab er darüber hinaus jener Person, die seinen eigenen Bruder getötet hatte, viele Geschenke und Unterweisungen. Diese Person wurde später einer seiner Schüler. So begann er im Alter von 43 Jahren ein großes Kloster zu erbauen und begann, einen sehr großen Sangha anzuführen. Er gab einer Anzahl von Leuten viele Haupt-Einweihungen sowie mündliche wie textliche Übertragungen, während seine Schüler sich auf Praxis und Studium konzentrierten. Nach einiger Zeit hatte er eine gute Zahl entwickelter und gefestigter Schüler, die die Natur ihres Geistes erkannten und die Reinen Länder persönlich aufsuchen konnten. Seine Schüler wie der Siddha Agag hatten unvergleichliche Einsicht, ungehinderte Hellsicht und Weisheit im Ausführen verschiedener Wunder.
Die ortsansässigen Lamas anderer Klöster in der Gegend wurden eifersüchtig auf Tashi Paldschor`s Ruhm und Popularität und taten alles, um ihn zu plagen. Er versuchte, ihre Arroganz durch Mitgefühl und die Praxis der Geduld zu lindern. Diese Leute aber waren unbezähmbar und schließlich begannen sie, ihn mit tatsächlichen Waffen zu attackieren. Als Ergebnis davon ereignete sich ein starkes Erdbeben und viele Häuser wurden zerstört. Viele Leute, die gegen ihn eingestellt waren, kamen unter dem Schutt der herabfallenden Trümmer zu Tode. Durch das Manifestieren seiner zornvollen Aktivität wurde er noch berühmter. Tashi Paldschor ging daran, ein weiteres Kloster namens Tschangdschub Ling zu erbauen. Auch hier kam es wieder dazu, dass er viele Mönche hatte und er immer damit beschäftigt war, ihnen Belehrungen und Meditationsunterweisungen zu geben. Innerhalb kürzester Zeit gab es Schüler, die unvergleichliche Hingabe  und beharrliche Ausdauer in großer Einfachheit  zeigten. Auf diese Weise hatte das Kloster eine ganze Reihe von Gelehrten und  gefestigten Meditierenden. Tashi Paldschor fuhr fort, den Buddha-Dharma in dieser Gegend  zum Wachsen zu bringen. Eines Tages, als er auf dem Dach eines vierstöckigen Gebäudes stand, stürzte das Gebäude ein. Tashi Paldschor flog – unverletzt – zu einem nahegelegenen Hügel. Von diesem Tag an sprachen die Menschen von ihm als “Der Mahasiddha”. Inzwischen führte der Mahasiddha einen Sangha von mehr als tausend Schülern an. Eines Tages erhielt er einen Brief von S.H. dem Karmapa, der ihm riet überall in Tibet hinzureisen, um den Menschen Belehrungen und Einweihungen zu geben. Von dem Zeitpunkt an begann er, durch ganz Tibet zu reisen und er versammelte auf diese Weise viele hingebungsvolle Schüler. Wo immer er hinkam, errichtete er neue Kagyü-Klöster und ließ alte renovieren mit was immer ihm an Gaben dargeboten worden war .Er verlieh auch tausenden von Schülern die Novizen- und Bikshu-Mönchsgelübde. Wo immer er hinkam, nahm beinahe jeder irgendein Gelübde vor ihm: Einige versprachen, hunderttausend Mani-Mantren zu rezitieren, andere wieder würden versprechen, nicht zu töten und nicht zu stehlen und sich stattdessen auf tugendsame Handlungen zu konzentrieren. Kriege und Hungersnöte wurden in seiner Gegenwart auf natürliche Weise überwunden und die Menschen erfreuten sich guter Ernten und guter Gesundheit.
Während dieser Rundreisen erreichte Tashi Paldschor Rabjing, einen Ort, wo sich alle Siddhas und Gelehrten aller Schulen des Tibetischen Buddhismus zu versammeln pflegten. Dort zeigte er seine Vortrefflichkeit und Überlegenheit und wurde von jedem der Anwesenden als sein Kronjuwel betrachtet. Auf diese Weise wurde er noch berühmter. Er beschloss, den Reichtum, den er angesammelt hatte, in drei Teile zu teilen: Den herausragendsten, den durchschnittlichen und den gewöhnlichen Teil davon. Besitztümer von herausragender Qualität, welche aus Gold, Silber, Brokat etc. bestanden, wurden als Opfergabe zu S.H. Karmapa gesandt. Mit den Mitteln durchschnittlicher Qualität errichtete und renovierte er viele Klöster sowie Retreat-Zentren und gab Geschenke an Mönche weiter, damit sie Ihren Unterhalt bestreiten konnten. Mit den verbleibenden Besitztümern unterstützte er das Kloster und den Sangha  in seiner eigenen Gegend.
Der Mahasiddha reiste fortwährend in alle Gegenden Tibets und brachte die besten Opfergaben, die er empfing, immer S.H. dem Karmapa dar. Eines Tages, nach vielen Jahren der Trennung, trafen sie einander schließlich in Tsurphu. Während Tashi Paldschor`s Aufenthalt erhielt er viele Ermächtigungen und mündliche Unterweisungen, die er zuvor nicht empfangen hatte. Der Karmapa war sehr erfreut über ihn und sagte: „Sohn, ich habe dir alle Einweihungen und Belehrungen gegeben, darum freue dich. Nun liegt die gesamte Linie in deinen Händen. Unter meinen Siddha-Schülern betrachte ich dich als den höchsten. Erinnere dich, dass du der Wurzel-Guru meiner Reinkarnation (des 8. Karmapa) sein wirst“.
Der 7. Karmapa und sein Herzenssohn, der Mahasiddha Tashi Paldschor hatten wunderbares Vertrauen und Liebe für einander. Nachdem er alle Ermächtigungen und inneren und geheimen Instruktionen an ihn weitergegeben hatte, fügte der Karmapa hinzu: “Nun liegt die gänzliche Übertragung der Karma Kagyü Linie bei dir. Bleibe stark und versuche dem Leben der Kagyü-Vorfahren zu folgen. Vor allem erziehe den 8. Karmapa mit tiefer Güte und gib ihm die Segnungen und Upadeshas der Linie.” Bald darauf verschied der 7. Karmapa. Der Mahasiddha beaufsichtigte die 49-Tage-Puja und half bei der Errichtung einer Gedenk-Stupa für den 7. Karmapa. Auf diese Weise erfüllte er Karmapa’s Wünsche.
Gemäß der Macht seines reinen Samaya und seiner wahren Hingabe traf Tashi Paldschor die Reinkarnation des 7. Karmapa. Da es von Guru Maitreya, von den Gottheiten und den Dakinis prophezeit worden war, dass er der Wurzellama des 8. Karmapa werden würde, begann Tashi Paldschor den jungen Karmapa zu unterweisen.  Zuerst gab ihm der Mahasiddha die Unterweisungen zum Vinaya, das auf dem Hinayana basiert. Wenig später gab er ihm die Ordination, gefolgt vom Bodhisattva-Gelübde und sich darauf beziehende Unterweisungen. Der Karmapa empfing außerdem die Haupt-Einweihungen aus dem besonderen Mandala der vier Tantras. Der Mahasiddha gab ihm ausführlichste Belehrungen zu Sutras, Tantras und Mantras. Weiters empfing der Karmapa verschiedene mündliche Unterweisungen wie Jordruk, Lamdras, Zhigyed, Chodyul, Shangchö, Zo, Zyal und Lojong. Darüber hinaus gab der Mahasiddha die Belehrungen der 6 Yogas von Naropa an ihn weiter, geheime mündliche Unterweisungen und Segnungen der unvergleichlichen Dakpo-Kagyü-Linie, durch welche der Geist von Mikyö Dorje heranreifte, und er erlangte die absoluten Segnungen. Nach vier Jahren hatte der 8. Karmapa alle Einweihungen, Segensübertragungen und mündlichen Unterweisungen der Karma-Kagyü-Linie vom Mahasiddha empfangen. Da Tashi Paldschor enorme Liebe gezeigt und ihm seinen Segen übertragen hatte, nahm ihn Karmapa als das Juwel auf seinem Scheitel und wendete sich ihm in seinen Gebeten mit besonders inständiger Hingabe zu. Es wurde vom Karmapa erwartet, dass er jedwede Belehrung, die er erhalten hatte, in die Praxis umsetzte. Durch die Macht des Mahasiddha wurden alle Zweifel und unwesentlichen Gedanken in Karmapas Geist bereinigt und entfernt. Nachdem er die gesamte Linie an Mikyö Dorje weitergegeben hatte, rief der Mahasiddha aus: “Ich habe meine Aufgabe vollendet und bin sehr glücklich. Es ist Zeit für Dich inständig zu beten und die Linie zu stärken, um sie der Länge des Ganges-Flusses gleich zu machen.”
Der Mahasiddha befreite Abermillionen von Wesen aus Samsara, ihnen so grenzenlose Freude und Glückseligkeit schenkend. Er erfüllte den Wunsch seines Guru, des 7. Karmapa und erlangte Glück darin, die gesamten Belehrungen und Segensübertragungen an den 8. Karmapa weiterzugeben. So machte er ihn zu seinem Dharma-Erben, der für die schnelle Verbreitung der Karma-Kagyü-Linie verantwortlich war. Indem er alle Verdunkelungen und Klesas abfallen ließ und indem er die absolute Verkörperung von Erfahrung und Verwirklichung war, erlangte er den höchsten Zustand von Vajradhara in der Zeit eines Lebens, und erfüllte so sein Versprechen. Durch großes Mitgefühl und ebenso großen Gleichmut befreite er zahllose Wesen von Samsara, sodass einige von ihnen Buddhaschaft erlangten und  einige die Bodhisattvastufen. Wer immer ihn sah, empfing Segensübertragung und erlangte eine Dharma-Beziehung mit ihm. Bloß den Namen dieses großen Siddha zu hören  half einem dabei, von Samsara befreit zu werden und den Zustand der Erleuchtung zu erreichen.
Er hatte alle seine Arbeit vollständig ausgeführt und alle seine Wünsche erfüllt und der Mahasiddha gab bekannt: “Ich habe all meine Arbeit zu Ende gebracht, und so ist es nun an der Zeit, andere bereiche zu besuchen.” So ging der Mahasiddha im Alter von 65 Jahren ins Paranirvana ein.


Vom 2. bis zum 8. Sangye Nyenpa


Der 1. Sangye Nyenpa ging mit 65 Jahren ins Paranirvana ein, obwohl er vor Äonen absolute Buddhaschaft erlangt hatte. Aus dem makellosen Dharmakaya treten zahllose regenbogenartige Sambhogakayas und Nirmanakayas in Erscheinung.Auf diese Weise kam Sangye Nyenpa in früheren Leben als die Mahapanditas Jowo Mriti Gyana, Pal Yeshe Nyingpo Yaktug Sangyepa und viele andere in diese Welt. Auf der Samboghakaya-Ebene ist Sangye Nyenpa untrennbar von Maitreya, dem Buddha der Zukunft. Aus großem Mitgefühl für die Wesen kam er in der Sangye-Nyenpa-Linie in verschiedenen Erscheinungsformen in diese Welt. Alle die überragenden Wesen dieser  Linie hatten dieselben Qualitäten gemeinsam. Alle diese Tulku-Emanationen waren berühmt für das Aufrechterhalten einer reinen monastischen Disziplin, dafür dass sie grenzenloses Mitgefühl und unvergleichliche Einsicht haben, dafür dass sie vollendete Meditation praktizieren und dass sie unzweifelhafte Gelehrte sind. Kurz gesagt, sie alle hatten die Natur ihres Geistes erkannt und verwirklicht, und ein jeder, der mit diesen großen Siddhas Dharma-Verbindung hat, wird anstrengungslos Befreiung finden.
Der zweite Sangye Nyenpa hieß Lhunpo Rabten, der dritte war Gelek Nyingpo.
Der vierte Sangye Nyenpa, Gelek Gyatso pflegte im Surmang Kloster zu leben, dem Kloster der Trungpa Rinpoches. Er verließ dieses Kloster und begann in Kham herumzuwandern. Eines Tages kam er in eine Gegend, die Gar hieß und er mochte sie sehr. Er dachte, dass dies ein guter Platz sein würde, um ein Kloster zu bauen. Um es auszuführen mußte er auf das Erscheinen eines glücksverheißenden Omen warten. Als Sangye Nyenpa eines Tages an einer besonderen Stelle ausruhte, landete plötzlich ein riesiger Rabe gleich daneben auf einem großen Felsbrocken, er tanzte obenauf herum und machte laute Geräusche. Sangye Nyenpa fand das seltsam und beschloß, sich das näher anzusehen. Er kletterte auf den Felsen und als er oben ankam, fiel ein Gegenstand aus dem Schnabel des Raben, als der Vogel fortflog. Sangye Nyenpa ging hin, um zu sehen, was es war, und er fand ein kleines türkisfarbenes Bildnis des zwei-armigen Mahakala, das er aufhob, um es später im zukünftigen Kloster in einem Schrein aufzubewahren.
In Anbetracht dieses sehr glücksverheißenden Omen ging er los herauszufinden, wer der Besitzer dieses Landstückes war, und er erfuhr, dass es der Radha-Familie gehörte, deren Oberhaupt ein mächtiger lokaler Führer namens Radha Phontsong war. Sangye Nyenpa erzählte Radha Phontsong, was sich erreignet hatte und dieser war sehr beeindruckt. Augenblicklich machte er das Land zum Geschenk und offerierte außerdem die notwendigen materiellen Mittel für den Bau des Klosters und versprach weitere Hilfe auf wie immer mögliche Weise.
Es wurde sofort mit der Arbeit begonnen, aber ständig geschahen sonderbare Phänomene. Erdbeben und starke stürmische Gewitter fanden statt, und alle Arbeit, die untertags getan worden war, wurde des Nachts wieder zerstört. Darüber nachsinnend kam Sangye Nyenpa zu dem Schluß, dass der Schützer der Radha-Familie ungehalten geworden sein mußte, weil seine Erlaubnis zum Klosterbau nie eingeholt worden war. Sangye Nyenpa erzählte all dies der Familie, die ihm sagte, dass ihr Schützer Shing Kyong sei. Daraufhin ging er in eine einmonatige Klausur, um diesen besonderen Schützer anzurufen und ihm zu versprechen, in Zukunft einen speziellen Schrein für ihn zu errichten. Schließlich bekam er die Einwilligung zum Bau. Seither ist Shing Kyong der Schützer all jener, die mit dem Kloster Benchen verbunden sind. In der Folge fanden alle Störungen und seltsamen Phänomene ein Ende und der Klosterbau wurde vollendet.
Der 7. Sangye Nyenpa, Sherab Nyingpo, war derjenige, der Lama Samten, einen hingebungsvollen Schüler, mit großer Sorgfalt und Aufmerksamkeit aufzog. Sangye Nyenpa gab ihm die Unterweisungen, welche Lama Samten in Praxis umsetzte und er wurde verwirklicht. Es ist Lama Samten, von dem die Tenga-Tulku-Linie in diese Welt mit großem Mitgefühl zum Nutzen aller Wesen in Erscheinung trat.
Der 7. Sangye Nyenpa , der zahllose Wesen befreite und die Lehren des Buddha in allen Richtungen verbreitete, ging ins Parinirvana ein.
Zur Zeit des 8. Sangye Nyenpa, Tenzin Drubchog, wurde Lama Samten alt und verschied. Nach einigen Jahren sagte Tenzin Drubchog seine Reinkarnation voraus und fand sie. Er inthronisierte den jungen Tulku im Benchen-Kloster und verlieh ihm den Namen Karma Tenzin Chögyal.
Der 8. Sanyge Nyenpa erzog den jungen Tulku mit großer Aufmerksamkeit. Er gab ihm auch viele Belehrungen und Einweihungen. Sobald er seine Aufgabe, Wesen zu zähmen erfüllt hatte, trat er in den Zustand des Dharmakaya ein und versprach zurückzukehren, um anderen zu nützen. Während der Abwesenheit des 8. Sangye Nyenpa kümmerte sich Tenzin Chögyal um das Benchen-Kloster, da er der Herzenssohn und engste Schüler des
verstorbenen Sangye Nyenpa war.

Der 9. Sangye Nyenpa


Der 9. Sangye Nyenpa, Karma Shedrub Tenpe Nyima wurde in der sehr reichen und höchst geachteten Dilgo-Familie in Derge, Kham geboren. Zu jener Zeit wurde Derge von einem König regiert, mit vier Chef-Ministern, dreissig Ministern und achzig hohen Beamten. Der Vater des 9. Sangye Nyenpa war der Sohn eines Chef-Ministers und seine Mutter war die Tochter eines Ministers. Er wurde nicht nur in einer mit Würden bekleideten Familie aufgezogen, sondern er war auch der ältere Bruder des verstorbenen Dilgo Kyentse Rinpoche, ein vollendeter Dzogchen-Meister, der in aller Welt wohlbekannt ist. Die Familie hatte viele gute Träume und glücksverheißende Zeichen vor Sangye Nyenpa`s Geburt, was sie denken ließ, dass das Kind ein ganz besonderes wäre. Als der 15. Karmapa einmal kam, um für das Tibetische Neujahrsfest bei der Dilgo-Familie zu bleiben, verkündete er, dass das Kind ein außerordentliches Wesen wäre und wies die Familie an, sich sehr achtsam um es zu kümmern. Andere große Meister gaben der Familie den gleichen Ratschlag. Gleichzeitig hatte die Familie verschiedene heilige Träume, wie dass die Zimbeln und Becken des Benchen-Klosters in ihr Haus gebracht und gespielt wurden und so weiter. Es kam erst später, dass der 15. Karmapa das Kind als die echte Inkarnation des vorhergehenden Sangye Nyenpa anerkannte. Der Karmapa gab ihm den Namen Karma Gelek Drupe Nyima Thrinle Öser Kunkyab Pal Sangpo, während der 2. Jamgön Kongtrul, Khenchen Tashi Öser ihm das heilige Bad gab und sein Laiengewand in feine rotbraune Mönchsroben tauschte.
Als Kind hatte der 9. Sangye Nyenpa viele Visionen. Vor dem Dilgo-Haus war ein riesiger Berg. Jeden Tag zu Sonnenaufgang hatte Nyenpa Rinpoche immer wieder eine sehr klare Vision von Karmapa, wie er auf dem Berg sitzt und ihn mit einem großen Lächeln anschaut. Er versuchte es seinen Spielgefährten mitzuteilen, aber keiner von ihnen konnte es sehen. Selbst in einem so jungen Alter trug Sangye Nyenpa gewöhnlich eine Handtrommel und eine Glocke mit sich und führte Zeremonien aus, wobei er sagte: „Vorfahren der Kagyü-Linie, bitte versammelt euch wie Wolken am Himmel“. Und oft flüsterte er: „Möge ich fähig sein, den Durst aller fühlenden Wesen durch meine Belehrungen zu stillen.“
Schließlich wurde Nyenpa Tulku im Alter von 8 Jahren nach großen Vorbereitungen und mit großem Zeremoniell zum Benchen-Kloster gebracht. Da das Benchen-Kloster der Sitz der Nyenpa-Tulkus war, versammelten sich dort abertausende von hingebungsvollen Schülern, um ihm ihre Aufwartung zu machen und den Segen vom 9. Sangye Nyenpa zu empfangen. Sobald er sich auf dem Thron niederließ, überdachte ein riesiger Regenbogen das ganze Tal. Das wurde als sehr glücksverheißend betrachtet. Darüber hinaus gab der ganze Ort einen wundervollen Geruch ab. Sangye Nyenpa opferte Tormas und machte die 5 Arten von Opferungen an alle Dharmapalas, Nagas und lokale Gottheiten. Er brachte sie dazu zu versprechen, dass sie den Dharma-Praktizierenden erlauben in Frieden zu verweilen, während sie den Dharma in alle Richtungen entfalten.
Sobald er inthronisiert war, begann er zu lesen und zu schreiben. Er erhielt die Novizengelübde und den Namen Karma Shedrup Tenpe Nyima Thrinle Kunkyab Palsangpo. Beim Empfang der Bodhisattva-Gelübde wurde er Bodhisattva Jamyang Lodroe Trinle Rabgye. Von diesem Augenblick an wurden ihm von vielen höchst geachteten Lamas der Kagyü-Tradition Belehrungen, mündliche Unterweisungen, Lese-Übertragungen und Ermächtigungen gegeben. Darüber hinaus empfing er die Haupt-Einweihungen und mündlichen Unterweisungen der Sakya, Nyingma und Geluk-Tradition. Während eines sechs-monatigen Aufenthaltes mit S.H. dem 15. Karmapa in Tsurphu empfing er alle Unterweisungen und Ermächtigungen der Kagyü-Linie. Bei ihrem Abschied gab ihm der Karmapa eine Garnitur Roben und vergoss Tränen der Trauer bei ihrer Trennung. Später sandte ihm der Karmapa einen Brief, in dem er Sangye Nyenpa sagte, dass er ihm alles gegeben hätte, was immer er selbst an Einweihungen, Lese-Übertragungen und mündlichen Instruktionen habe. Er warnte auch: „Die Kagyü-Lehren sind dabei schwächer zu werden, daher müssen Linienhalter wie Du in der Verbreitung des Dharma, im Erhalten der geheimen Lehren und im Versammeln eines hingebungsvollen Sangha eine aktive Rolle spielen.“
Da die Sangye Nyenpa Inkarnationen Emanationen von Maitreya sind, werden alle Nyenpa-Inkarnationen für ihre reine Mönchsdisziplin hoch geachtet. Nachdem Sangye Nyenpa ein voll ordinierter Bikshu geworden war, hielt er seine Gelübde aufs äußerste. Und so ging, wo immer er blieb, von seinem Körper ein ungewöhnlich schöner Duft aus, was Ausdruck der Reinheit seiner monastischen Gelübde war. Eines Nachts in der Weite der leuchtenden Klarheit kam der Ober-Abt Tashi Öser (der 2. Jamgön Kongtrul) zu ihm und sagte: „In diesen Zeiten des Niedergangs kann ich nur Dir vertrauen, so halte bitte Deine Mönchsgelübde auf reinster Stufe.“ Während er dies sagte, legte Tashi Öser seine Hände auf Sangye Nyenpa`s Rücken, woraufhin sich eine große Hitze in ihm entfaltete und er aus dem Zustand der lichten Klarheit auftauchte.
Auf die Bitte des 15. Karmapa hin blieb er 3 Jahre lang in strikter Zurückziehung im Retreatzentrum des Benchen-Klosters, das als Sangnag Rigpe Phodrang bekannt. ist. Nach Abschluß seines Retreats entschloß er sich, für viele weitere Jahre verschiedene andere Retreats durchzuführen. Während all dieser Jahre in Klausur opferte er Butterlampen, Mandalas, Tormas und Tsog. Auf diese Weise war er nie um sein Leben besorgt und beschäftigt und es hätte ihn niemals befriedigt, Reichtümer anzuhäufen. Er blieb immer einfach und gab vor, von geringerer Bildung zu sein, und immer pries er andere und zeigte seine Wertschätzung und Achtung vor ihnen.
Während seines Aufenthalts im Retreat hatte er eine Reihe wundervoller Träume und vorzügliche Erfahrungen, wie reine blaue Vajras, die entlang der Sonnenstrahlen auf ihn zukamen und in sein Herz eintraten; er sah rubinrote Drachen am Himmel fliegen und himmlische Mönche, die ihm blaue Lotusse darbrachten. Als er Weiße Tara praktizierte, gab es jede Nacht äußerst glückverheißende Zeichen. So kam es, dass er einen besonderen Lobpreis auf Tara komponierte. Während seines Amitayus-Retreats sah er den roten Amitayus über der Vase, die er auf seinem Altar stehen hatte, sitzen, von fünfarbigem Licht umgeben. Als Sangye Nyenpa im Chakrasamvara-Retreat war, hatte er eine Vision, dass da eine sehr schöne großen Halle war. Er betrat die Halle und sah den ersten Karmapa, Düsum Kyenpa auf einem hohen, von Löwen gestützten Thron sitzen. Der Karmapa trug gelbe Roben und seine Hände waren in der Lehr-Mudra. Fünffarbige Blumen befanden sich an seinen Fingerspitzen. Intensivste Hingabe entstand in ihm und so komponierte er verschiedene Lobpreise an den Karmapa. Er errichtete auch eine Statue Seiner Heiligkeit. In einer weiteren Version war er in Indien unter vielen Mönchen, die sagten, dass Buddha Sakyamuni die Lese-Übertragung des Kangyur gäbe. Eines Tages, als er in Samye weilte, hatte er viele Niederwerfungen um den heiligen Platz herum gemacht, und schlief abends vor Erschöpfung schnell ein. In seinem Traum trat er vor die Statue des Dharma-Königs Songtsen Gampo. Die Statue verwandelte sich in den wirklichen König, der einen Edelstein aus seiner Krone nahm und ihn auf den Boden legte. Der Edelstein erzeugte einen langgedehnten Klang, bevor er in verschiedene Stücke zerbrach, aus welchen viele Formen von Guru Rinpoche hervorkamen. Dies brachte Sangye Nyenpa zu der Überzeugung, dass er die Qualitäten eines Tertön besaß.
Sangye Nyenpa hatte eine Bronze-Statue von Buddha, dem Herrn, die ihm von Jampa Tashi Öser gegeben worden war. Aufgrund der Macht seiner Verwirklichung traten von ihr immer wieder Amrita-Tropfen aus. Eines Nachts sah er den Reinen Bereich, in welchem der 15. Karmapa residierte. Der Karmapa lächelte und sagte zu ihm: „Sohn, Du hast den Wesen noch nicht vollständig den Nutzen gebracht, gehe also dieses Mal wieder zurück und vollende Dein Werk. Ich werde in diesen himmlischen Bereich kommen, um Dich hier zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen.“
Ein wenig traurig darüber, vom Karmapa Abschied nehmen zu müssen, ging Sangye Nyenpa eine lange Treppenflucht hinunter, während er noch immer auf den Karmapa zurückblickte, und plötzlich erinnerte er sich, dass Marpa Naropa und seinen Vajra-Freunden den letzten Respekt erwies, indem er rückwärts gehend Niederwerfungen machte. Später machte Sangye Nyenpa eine Skizze von Khakyab Dorje`s Reinem Bereich. In einer anderen Vision sah er eine Hochebene mit einem See in ihrem Zentrum. Er ging auf den See zu, und als er dort ankam, traf er viele seltsame Reisende. Als er sie fragte, wohin sie gingen, antworteten sie, dass sie Richtung Kham gingen, wo der Karmapa wiedergeboren wäre. Er fühlte sich so glücklich und fragte wieder nach Karmapa`s Geburtsort, aber sie fuhren nur fort, nach Osten zu zeigen. Als er seine Augen öffnete, sah er ganz deutlich das Haus, in welchem der Karmapa geboren war.
Der 9. Sangye Nyenpa pflegte regelmäßig Visionen von Amitayus, Gampopa, Jigme Lingpa, Mipham Rinpoche, dem 11. Situ, Pema Wangchuk Gyalpo, Sechen Gyaltsab Rinpoche usw. zu haben. Diese Visionen geschahen ganz nach seinem eigenen Wunsch. Wo immer er hinging, folgten ihm Dharmapalas, lokale Gottheiten, Nagas und Devas, die manchen seiner Anhänger und Betreuer vor Ort auch sichtbar waren.
Einer von ihnen bat Sangye Nyenpa, eine hohe, steile Felswand zu segnen, die von bösen Geistern heimgesucht wurde, die Mensch und Vieh viel Schaden zufügten. Sangye Nyenpa nahm eine Handvoll Reis, segnete diesen und warf ihn zur Felswand hin. Mit dem Ergebnis, dass die Felswand ein paar Tage später in sich zusammenstürzte und in jene Gegend wieder Frieden einkehrte. Dies sind tatsächlich nur ein paar Beispiele für Visionen und Wunder, die Sangye Nyenpa vollbrachte. Es ist unmöglich, sie alle hier zu beschreiben.
Sangye Nyenpa gab einer großen Zahl von Schülern und Gläubigen viele Einweihungen und mündliche Unterweisungen. Er gab auch vielen Mönchen die Ordination und erbaute ein Retreat-Haus und verschiedene andere Klöster. Er errichtete Statuen aller Karmapas, der 21 Taras, der 8 Mahabodhisattvas, von Maitreya, Chenrezig usw. Insgesamt ging die Zahl der von ihm in Auftrag gegebenen Statuen und Thankas in die zehntausende.
Der 9. Sangye Nyenpa bat den 11. Tai Situpa, die Reinkarnation des 3. Tenga Tulku zu finden. Später gab er diesem Belehrungen und Einweihungen entsprechend seinen Bedürfnissen. Auf diese Weise war Sangye Nyenpa verantwortlich dafür, die Tenga Tulkus zu finden und aufzuziehen. Aufgrund ihrer Schüler-Lehrer-Beziehung teilten sie große Liebe und Achtung füreinander.
Im Alter von 62 Jahren ging Sangye Nyenpa auf eine Pilgerreise, die ihn durch Zentraltibet und schließlich durch den Buthan, durch Indien und Nepal führten. Er ließ sich schließlich in Rumtek in Sikkim nieder, wo er mit S.H. dem 16. Karmapa blieb, mit dem ihn eine aufrichtige Beziehung verband. Sie tauschten Lehren und Einweihungen miteinander aus und von dem Moment an, wo er Rumtek erreichte, blieb er in Zurückziehung. Während seines Aufenthaltes drückte er seine Freude mit folgenden Worten aus:
„Nun folge ich wirklich dem Leben der Kagyü-Vorfahren, da ich Freunde, Familie, Haus, Eigentum, Kloster usw. aufgegeben habe.“
Während des ersten Sommer-Retreats riet ihm der Karmapa, alle nötigen Instruktionen zu erhalten und bei guter Gesundheit zu bleiben, da dies sehr wichtig wäre. Umgekehrt gab auch Sangye Nyenpa dem Karmapa viele Ratschläge. Etwas später wurde Sangye Nyenpa krank und der Karmapa bat ihn, ins Krankenhaus zu gehen, doch er weigerte sich. Da gab es Zeiten, zu denen er zu lächeln und Späße zu machen pflegte, so als wäre er gar nicht krank. Schließlich wurde er auf den Wunsch von jemand hin ins Krankenhaus gebracht, wo er viel wertvollen Rat erteilte und Belehrungen über Mudras gab. Er blieb 6 Tage und 6 Nächte im Spital, ohne irgendetwas zu essen. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Eines Tages setzte er sich ganz aufrecht hin, und in den Himmel blickend sagte er:
„Nun gehe ich in einen anderen Bereich, denn gestern kamen meine Meister Khakyab Dorje und Chamgön Pema Wangchuk Gyalpo zu mir und forderten mich auf, nicht länger zu bleiben, sondern in ihren himmlischen Bereich zu gehen.”
Er sagte auch, dass sein Geist bereits eins mit dem Geist seines Guru war und dass es für ihn keinen Grund gäbe, weiter im Spital zu bleiben. Er sagte:
„Mein Geist ist bereits aus meinem Körper ausgestoßen, zum Geist meines Guru hin, daher ist keine Behandlung nötig.”
Tenga Rinpche und andere trafen die nötigen Vorkehrungen, um Sangye Nyenpa nach Rumtek zu bringen. Während er dorthin gebracht wurde, sagte Sangye Nyenpa:
„Über einem Sandelholzbaum sehe ich klar und deutlich eintausend Buddhas sitzen. Ich mache Wunschgebete, dass Krankheit, Hungersnot und Kriege abklingen mögen. Mehrere Wesen sind in den niederen Bereichen wiedergeboren und bald werde ich sie von ihren Leiden befreien.”
Sowie er Rumtek erreichte und S.H. den 16. Karmapa sah, zeigte Sangye Nyenpa mit seiner Hand zu einer Wolke im Osten hin und gab dem Karmapa eine Mudra-Belehrung. Dann brachten all die Rinpoches, Lamas, Mönche und andere ihm ergebene Menschen weiße Glücks-Schals dar und empfingen seine Segnungen. Sangye Nyenpa sagte:
„Selbst als ich noch im Bauch meiner Mutter war, dachte ich über den Dharma nach. Vom Augenblick meiner Geburt an habe ich über Vergänglichkeit und  Tod nachgedacht. Ich habe die Mönchsgelübde auf reinster Ebene eingehalten und habe vollendete Meditation verwirklicht. Da ist die ganze Zeit so viel Freude in meinem Herzen. Ihr solltet auch meinem Beispiel folgen, damit ihr im Augenblick eures Todes nichts bereuen und bedauern müßt.”
S.H. der Karmapa bat ihn, noch einige Jahre länger zu leben und führte eine Langlebens-Einweihung aus. Doch Sangye Nyenpa nahm diese Bitte nicht an und sagte, dass er derjenige sein würde, der für das lange Leben des Karmapa und anderer Linienhalter beten würde. Karmapa erkundigte sich bei Sangye Nyenpa nach den Visionen, die dieser auf dem Weg nach Rumtek gehabt hatte und Sangye Nyenpa erzählte von einer Vision der eintausend Buddhas, wobei alle Kagyü-Meister sich in ihn auflösten, während er sich selbst in Vajra-Yogini verwandelte. Sangye Nyenpa fügte hinzu:
„Du bist der Herzenssohn Gampopas. Ich habe Tseringma angewiesen, den Dharma zu beschützen und auszubreiten, so mußt Du dasselbe tun.”
Auf diese Weise gab Sangye Nyenpa dem Karmapa viel Rat und sie teilten bewegende Gespräche. Bald darauf verblieb Sangye Nyenpa in tiefer Meditation. Als Tenga Rinpoche ihn bat, sie mit seiner schnellen Reinkarnation zu segnen, versprach Sangye Nyenpa, bald in einer höchsten Form zum Nutzen aller Wesen zurückzukehren. Am selben Tag, nach Sonnenuntergang, trat er ins Parinirvana ein. Es geschah zu einer Zeit, als die ganze Welt sich zu verdunkeln schien, selbst während des Tages.


Der gegenwärtige 10. Sangye Nyenpa


Der gegenwärtige Sangye Nyenpa Rinpoche wird als die 10. Inkarnation dieser Siddha-Übertragungslinie betrachtet, die auf Tashi Paldschor, den Hauptlehrer des 8-Karmapa zurückgeht. Nachdem der 9. Sangye Nyenpa im Alter von 66 Jahren in Sikkim verstorben war, sah Karmapa Rangdschung Rigpe Dordsche mit seinem unverschleierten Weisheitsauge deutlich alle Einzelheiten der nächsten Wiedergeburt von Sangye Nyenpa Rinpoche voraus. Er beschrieb den Geburtsort, das Geburtsjahr, sowie den Namen der Eltern und entsprechend dieser Angaben wurde der jetzige, 10. Sangye Nyenpa Rinpoche im Jahr 1963 in einer Familie von hingebungsvoll Praktizierenden als Sohn von Damchö Drölma und Sangye Yeshe beim Guru Rinpoche Tempel in Paro Tagtsang (Tigernest) in Buthan geboren.
Seine Heiligkeit der 16. Karmapa lud den jungen Sangye Nyenpa Rinpoche ins Rumtek-Kloster ein, wo er ihn inthronisierte und ihm den Namen “Karma Palden Rangdschung Trinle Künkhyab Tenpe Gyaltsen Pal Sangpo” gab.
Von klein auf lernte und meisterte er unter der Anleitung S.H. dem Karmapa, S.H. Dilgo Khyentse Rinpoche und anderer großer Meister die allgemeinen (die äußeren) und die buddhistischen (inneren) Wissensgebiete. Von S.H. Karmapa Rigpe Dordsche selbst erhielt er die Novizengelübde, das Bodhisattvagelübde und zahlreiche Ermächtigungen in die Yidams der Höchsten Yoga-Tantra-Stufe. Im Besonderen gab ihm S.H. Karmapa Unterweisungen zu Mahamudra-Werken wie “Das Mondlicht” (Chagchen Da Ser), “Das Entfernen der Dunkelheit der Unwissenheit” (Marig Münsel), “Der Fingerzeig auf den Dharmakaya” (Chöku Tzubtsug) und wurde so direkt mit der letztendlichen Ebene der Erkenntnis und Verwirklichung bekanntgemacht.
Seine neunjährigen Studien am Nalanda-Institut in Rumtek schloß er mit dem Titel eines Acharya ab. Nach weiteren drei Jahren erlangte er den Status eines Pandit-Mahasiddha. Nyenpa Rinpoche ist sowohl in Philosphie wie auch in Tantrischen Ritualen einer der gelehrtesten Rinpoches. Rinpoche lebt jetzt im Kloster Benchen Phuntsok Dargyeling in Kathmandu, Nepal und lehrt dort Mönche und viele andere Schüler. Den Rest seiner Zeit verbringt er im Retreat.

Ein Langlebens-Gebet für S.E. Sangye Nyenpa Rinpoche -
verfasst von Seiner Heiligkeit dem 16. Gyalwa Karmapa
Rangjung Rigpe Dorje in Rumtek.


Aus der Natur des seit jeher reinen Dharmakaya manifestierst Du durch den spielerischen Ausdruck Deines Körpers die Buddha-Aktivität, die jedem hilft.
Mit Deinem auf den Ozean der unzähligen, den Raum durchdringenden Wesen gerichteten Erleuchtungsbewußtsein hast Du Dich von allen Verdunkelungen und Gewohnheitstendenzen vollkommen gereinigt.


Nun bist Du derjenige, der die Wesen in die Reinen Buddha-Bereiche führt.
Im Glanz des nicht zusammengesetzten, alles durchdringenden Raums der Phänomene bist Du der Halter von Wurzel und Zweigen der Lehre Buddhas, die jedem einzelnen seinen Bedürfnissen entsprechend hilft.
Du erhellst im höchsten Maße die Lehre der Praxis-Linie. Mächtiger höchster Nirmanakaya, mögest Du lange leben.
Du bist die Verkörperung von Mikyö Dorje,
Wohlklingende Freude der Weisheit, von Tschödrag Gyamtso, Der siegreich das edle Verhalten zeigt und von Düdul Dorje, Beispiel des Guten, das Gegenmittel, das alle Negativität überwindet.
Wie ein Drache durchdringst Du die drei Welten, und wer auch immer von Dir hört, kommt in den Genuß der Brillianz von Wohlergehen. Höchster, alles erhellender Nirmanakaya, der Du alle Qualitäten verkörperst, mögest Du lange leben.
Die Essenz der ozeangleichen Wissensgebiete von Sutra und Tantra ist – auf der Grundlage der Entstehungs- und Vollendungsphase der Mandalas, welche Methode, Mitgefühl und Weisheit vereinen - die Untrennbarkeit von Erscheinung und Geist, Dordsche Sempa; Erhabener Schützer der Wesen, der Du dies in Dir vereinst, mächtiger alles erhellender höchster Nirmanakaya, mögest Du lange leben.
Unvergleichlicher höchster Nirmanakaya, mögest Du durch die Kraft der Wahrheit der Buddhas und Bodhisattvas, durch die Macht des ozeangleichen Segens der Kagyü-Linie und durch die von den drei Wurzeln (Lama, Yidam, Dakini und Schützer) gesprochenen glücksverheißenden Wunschgebete für Glück und Wohlergehen lange leben.

Dies war ein Gebet für die schnelle Wiederkehr des 9. Sangye Nyenpa Rinpoche. Auf Bitten von Tashi Namgyal wurde es von mir, dem 16.Karmapa, in ein Langlebensgebet für die jetzige Inkarnation des höchsten Nirmanakaya (10. Sangye Nyenpa Rinpoche) umgeschrieben. Möge dies von Nutzen sein. 


Long Life Prayer for the 10th Sangye Nyenpa Rinpoche
This long life prayer for the 10th Sangye Nyenpa Rinpoche was written byHis Holiness the 16th Gyalwa Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje in Rumtek.
     May this bring great benefit!


About His Eminence The 10th

Sangye Nyenpa Rinpoche - in english HERE:



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